REACH
plastic planet merkblattWegbereiterin der innovativsten Chemikaliengesetzgebung auf europäischer Ebene (REACH) war Margot Wallström. Als Umweltministerin in der Kommission Prodi (1999-2004) bewirkte Margot Wallström das größte Gesetzesvorhaben in der Geschichte der EU: REACH, die weltweit erste umfassende Chemikalienrichtlinie. Das Akronym REACH steht für Registrierung, Evaluierung, Autorisierung und Beschränkung von Chemikalien. Diese neue EU-Verordnung harmonisiert und erneuert die bisherige Chemikaliengesetzgebung mit dem Ziel, den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt zu verbessern. Diese Richtlinie ist ein Vorbild für Chemikalienrichtlinien weltweit. In PLASTIC PLANET erzählt Margot Wallström von ihren eigenen Erfahrungen als Umweltministerin und schildert den Widerstand der Kunststofferzeuger gegen REACH. Im Zuge dessen bezeugt sie den massiven Einfluss, den Lobbyisten der Chemieindustrie in Brüssel auf Politiker ausüben.

Ein wesentlicher Unterschied zum System davor ist, dass die Bewertung der Risiken von Chemikalien nicht wie bisher von den Behörden, sondern von der Industrie durchgeführt wird, und somit die Industrie die Verantwortung für die sichere Anwendung von Chemikalien übernimmt. Damit findet ein Paradigmenwechsel in der Chemikalienregulation statt. Bisher mussten die Behörden nachweisen, dass eine Chemikalie gefährlich ist. Nun muss die Industrie nachweisen, dass die Anwendung ihrer Chemikalien ungefährlich ist. Noch steht REACH am Anfang, aber nach einer Übergangsphase von 11 Jahren sollen die notwendigen Informationen für sichere Produkte und sichere Anwendungen für alle Industriechemikalien zugänglich sein. Mit Inkrafttreten der REACH-Verordnung am 1. Juni 2007 in Helsinki wurde ebenfalls die Europäische Chemikalienagentur eröffnet. Hier wird die Chemikalienregulation koordiniert.